Es gibt elf Romane, deshalb diese kurze Einführung, damit Sie einen Überblick bekommen. Um mehr zu den einzelnen Titeln zu erfahren, klicken Sie wie üblich auf die Links. In der Bibliographie finden Sie eine genaue Auflistung mit Erscheinungsdaten, Verlagsangaben und so weiter.
Was den Stil und die Herangehensweise betrifft, so bilden die Bücher Paare. Flammenzungen und Roger zu lieben sind beides kurze, dramatische Ich-Erzählungen von etwa 150 Seiten. Im ersten berichtet ein Fünfzehnjähriger über seine katastrophale Begegnung mit einer charismatischen Religion - Dämonen und Exorzismus inbegriffen; im zweiten verkündet eine junge Frau gleich zu Beginn, daß sie ihren Freund ermordet hat. Pathos und trockener Humor liefern die explosive Mischung, Intimität und Distanz den Zündstoff.
Zwei weitere sind im weitesten Sinne Briefromane: Julias Abschied beschreibt das belanglose Leben einer Gruppe britischer Exilanten in Verona; Alle lieben Raymond besteht aus den Briefwechseln zwischen verschiedenen Mitgliedern einer Familie, die alle unbedingt vermeiden wollen, sich um ihren schizophrenen Verwandten Raymond kümmern zu müssen.
Die beiden in Italien spielenden Krimi-Geschichten
Italienische Verhältnisse
und Mimis Vermächtnis
waren für mich in gewisser Weise Entspannungsübungen zwischen den anderen
Büchern. Ihr Protagonist ist der gräßlich amoralische Morris Duckworth, der unermüdlich
versucht, sich in die provinzielle italienische Gesellschaft einzuschleichen, meistens mit
Hilfe des sprichwörtlichen stumpfen Gegenstands.
Gute Menschen markiert den Höhepunkt dessen, was ich mittlerweile als mein ‚Frühwerk' betrachte. Darin kehre ich zur Ich-Erzählung zurück, um einen Mann zu beschreiben, der nach Patentlösungen für so rätselhafte Probleme wie eine schwierige Ehe und ein behindertes Kind sucht. Der Gutachter präsentiert eine ganz andere, eine dramatische und zugleich intellektuelle Erzählstimme. Es handelt sich um einen Thriller aus der Perspektive eines G eologen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Dieses Buch markiert zweifellos einen entscheidenden Wendepunkt in meiner Arbeit.
Schließlich bilden auch Europa und Schicksal wieder ein Paar. Inzwischen war ich, was Plot, Form, Rhythmus und Erzählton angeht, auf etwas völlig Neues aus. Beide Romane sind fieberhaft, dicht und temporeich erzählt und hoffentlich sowohl auf der emotionalen als auch auf der intellektuellen Ebene spannend. In Europa wird eine katastrophale Liebesaffäre mit einer Fahrt zum Europäischen Parlament verknüpft, in Destiny wird ein Mann porträtiert, der nach dreißigjähriger Ehe versucht, seine italienische Frau zu verlassen, nachdem ihr einziger Sohn Selbstmord begangen hat. Trotzdem ein witziges Buch, das kann ich Ihnen versichern. Es wäre unerträglich, so etwas ohne einen guten Schuß Humor zu lesen oder zu schreiben.
Und dann Doppelleben — ein Roman, in dem ich mich von dem obsessiven Ton der beiden Vorgänger löse, um eine neue Offenheit für alle möglichen Arten von Figuren und Ereignissen zu erreichen — Lebenskrisen, Gewaltverbrechen, dramatische Gerichtsszenen. Schon die ersten Sätze zeigen, was das Buch mit allen anderen verbindet und was es von ihnen abhebt: "Es gibt kein Leben ohne Doppelleben. Und doch hat man irgendwann genug davon."