Es kommt eine Zeit, da braucht man ein ganz neuartiges Abenteuer...

Vor sieben oder acht Jahren meldete ich, um den Sommerurlaub in England herumzukriegen, meine Kinder zu einem Kajak-Kurs auf der Themse an. Als ich von einer Brücke aus zuschaute, wie sie zuerst lernten zu paddeln, dann das Boot umzukippen und unter Wasser auszusteigen, dann das umgekippte Boot ohne auszusteigen wieder nach oben zu rollen, kam ich zu dem Schluss, dass sie sich weitaus besser amüsierten als ich. In der nächsten Woche machte ich selber den Kurs.

Zwei Erwachsene und zwanzig Jugendliche nahmen teil. Für mich war es der Beginn einer langen Leidenschaft. Am Anfang nimmt man nur das Boot und das Wasser wahr. Man lernt, sich aufrecht zu halten. Viele der Bewegungen widersprechen dem Instinkt. Dann wechselt man ins Wildwasser und lernt, die Stromschnellen und Kehrwasser zu deuten. Man entdeckt das Zauberkunststück, ein Boot in die aufrechte Position zu rollen, während man mit dem Helm gegen Felsen stößt, rein gar nichts sieht und die Strömung am Paddel zerrt. Wie habe ich je gelernt, in solchen Momenten ruhig zu bleiben? Schließlich fängt man an, die Leute, die sich fürs Kajakfahren entschieden haben, zu erkennen...

Es gibt die Kids, die sich hervortun wollen. Dann die Führer, die ihre Männlichkeit auf dem Wasser unter Beweis stellen, während sie im Privatleben ständig auf Nummer Sicher gehen und vor der kleinsten Herausforderung kneifen. Es gibt die Pfadfinder und die Rebellen, die Mädchen, die an ihren Freunden hängen, die Eltern, die ihre Kinder bewundern. Und es gibt die, für die der Sport zur Religion geworden ist, die im Kanuclub Gemeinschaft und Kameradschaft finden. Wenn man zusammen für eine Woche an einen gefährlichen Wildwasserfluss in den Alpen fährt, dann reagieren all diese Menschen auf ganz außergewöhnliche Weise auf einander.

Weißes Wasser ist ein Buch über die Schönheit der Berge und den Rausch des Flusses, über Menschen, die sich normalerweise nicht begegnen würden, hier aber miteinander in dramatische Situationen geraten. Vor allem aber untersucht es die Spannung zwischen dem Eskapismus des Extremsports, dem Hunger nach dem einfachen, geradlinigen Abenteuer, und den schmerzhafteren und verblüffenderen Tatsachen der Liebe, des Verlustes und des politischen Engagements. Der Mensch, der sich nach einem ganz neuartigen Abenteuer sehnt, erzählt ihnen etwas über sein Leben...

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